Die Kapuzineraffen (Cebus) sind eine Primatengattung aus der Gruppe der Neuweltaffen. Es sind waldbewohnende, allesfressende Tiere, die in Gruppen leben. Die Gattung wird in neun Arten unterteilt.
Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 31 bis 56 Zentimeter, der Schwanz wird 30 bis 56 Zentimeter lang. Die Weibchen sind mit etwa 2 bis 3 Kilogramm deutlich leichter als die Männchen, die 3 bis 4 Kilogramm auf die Waage bringen. Der Rumpf ist schlank, die Vorder- und Hintergliedmaßen sind annähernd gleich lang. Die Finger sind kurz und der Daumen ist opponierbar, wodurch diese Primaten manuell sehr geschickt sind. Der Schwanz ist greif-fähig, aber kein voll ausgebildeter Greifschwanz mit unbehaarten Hautfeld, wie er bei den Klammerschwanzaffen vorkommt. Bei der gehaubten Artengruppe bilden die Haare auf der Oberseite des Kopfes einen auffälligen Schopf, bei den anderen nicht, häufig ist aber auch hier die Kopfoberseite kontrastierend gefärbt. Ihren Namen verdanken sie dieser Färbung, das den Kutten des Ordens der Kapuziner ähneln soll.
Kapuzineraffen leben in Gruppen aus etwa 8 bis 30 Tieren, die mittlere Gruppengröße beträgt ca. 18 Tiere. Eine Gruppe setzt sich aus mehreren adulten Männchen und Weibchen und dem gemeinsamen Nachwuchs zusammen. Die Weibchen bleiben in der Regel in ihrer Geburtsgruppe, während Männchen beim Erreichen der Geschlechtsreife die Gruppe verlassen und Anschluss an eine andere Gruppe suchen.
Beide Geschlechter etablieren eine Rangordnung, die unter anderem im Zugang zu Nahrungsressourcen und bei der Fortpflanzung zum Tragen kommt. Das dominante Männchen ist das Zentrum der Gruppenaufmerksamkeit und führt die Gruppe an, legt also die Richtung bei der Nahrungssuche fest und bestimmt auch, ob die Gruppe wandert oder sich ausruht. Dem dominanten Weibchen sind alle anderen Männchen und Weibchen untergeordnet.
Die gegenseitige Fellpflege sowie eine Vielzahl von Lauten dienen der Kommunikation und der Stärkung des Gruppenzusammenhalts.
Die Nahrung der Kapuzineraffen ist vielfältig. Den Hauptbestandteil machen Früchte aus, in der Trockenzeit spielen Samen eine wichtige Rolle. Neben anderen Pflanzenbestandteilen wie Knospen fressen sie auch Insekten, Spinnen und andere Kleintiere, manchmal auch Vogeleier und kleine Wirbeltiere. Bei ihnen ist auch Werkzeuggebrauch bekannt: sie verwenden Steine, um Wurzeln auszugraben oder um Nüsse zu knacken.
Bedrohung
Kapuzineraffen zählen zu den intelligentesten Neuweltaffen und werden oft in Labors gehalten. Vielfach werden sie auch als Haustiere gehalten, auch in Zoos und Tiershows findet man sie des Öfteren. Sie waren häufig Begleiter von Drehorgelspielern und treten bis heute in diversen Darbietungen auf. Eine artgerechte Haltung ist dabei in den seltensten Fällen gewährleistet. In den USA gibt es Projekte, bei denen Kapuzineraffen als Hilfen für körperlich behinderte Menschen ausgebildet werden.
In der freien Wildbahn gehören Kapuzineraffen aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit und ihrem weiten Verbreitungsgebiet meist nicht zu den gefährdeten Arten. Manchmal werden sie bejagt, entweder wegen ihres Fleisches oder weil sie Plantagen plündern und als Plage gesehen werden. In manchen Regionen sind sie durch die Zerstörung ihres Lebensraumes selten geworden. Besonders die Arten im dicht besiedelten Nordosten und Osten Brasiliens sind von der Zerstörung des Lebensraumes betroffen und darum gefährdet.